Gas - Plädoyer einer verurteilten Mutter

Samstag
30. März
2019
20:00 Uhr

Ein Tanz-Theater mit einer Schauspielerin und einem Tänzer
von Tom Lanoye, Inszenierung Dieter Hinrichs und Frauke Allwardt
mit Marie Luise Gunst (Schauspiel) und Johannes Walter (Tanz)

Gas ist der Monolog einer Mutter. Der Mutter eines Terroristen, der einen Giftgasanschlag in der U-Bahn verübt hat. 184 Tote, darunter 70 Schüler und 20 Kleinkinder werden zu Opfern des Anschlags. Der Dschihadist wird noch am Tatort von der Polizei erschossen. Die Mutter erzählt. Sie kann nicht begreifen. Das Grauen ist nicht fassbar für sie, aber gleichzeitig geht es um ihren Sohn, ihr einziges Kind. Sie erzählt von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter, erinnert sich an die Geburt, die Kindheit und Jugend, die Talente und Eigenheiten ihres toten Sohnes. Sie vergegenwärtigt sich ihre Beziehung zueinander, lässt ihre Liebe, ihr Unverständnis, ihre Fassungslosigkeit zu und rekonstruiert, wie der Sohn ihr langsam abhanden kam, sucht und gräbt in ihrem Gedächtnis nach möglichen Hinweisen, die sie nicht richtig gelesen haben könnte. Sie will kein Verständnis, sie ist nicht auf Mitleid aus. Über ihre Worte will sie versuchen, das Unfassbare zu ergründen, zu begreifen. Ohne seine Taten zu beschönigen und ohne sich selbst zu schonen, macht sie sich zum Spiegel unserer Gesellschaft. Der Horror dieses Stückes lauert in unserem Alltag, ist gegenwärtiger denn je und man sieht sich mit der monströsen Frage konfrontiert: „Könnte das auch mein Kind sein?“.
Klar, unsentimental und mit poetischer Kraft zeichnet Tom Lanoye diese Figur zwischen Abscheu und Zuneigung zu ihrem verlorenen Sohn und schafft ein eindrückliches, sehr persönliches Bild des Terrors.

Eintritt: 23 € / ermäßigt 12 €

Gefördert vom Land Niedersachsen, der Landessparkasse zu Oldenburg
und der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherung Oldenburg

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