Orhan Müstak: Dreck

Samstag
26. Januar
2019
20:00 Uhr

Er heißt Sad. Er ist Araber. Jahrelang hat er von Deutschland geträumt. Jetzt ist er da. Und der Traum zerplatzt. Gegen die Anfeindungen, rassistischen Bemerkungen und Vorurteile, die ihm täglich entgegengeschleudert werden, kann sich Sad irgendwann nicht mehr zur Wehr setzen. Schritt für Schritt legt er die eigene Persönlichkeit ab und fügt sich dem Ausländerklischee vom faulen, verlogenen und asozialen Fremdling, das man von ihm erwartet. Die Erfüllung aller Ressentiments wird zur Überlebensstrategie. Er jobbt als Rosenverkäufer, lächelt aufmunternd, wenn man ihn beschimpft. Die aufkeimende Sehnsucht nach der alten Heimat, nach Back Gammon und Tee, der Familie und dem Gefühl als freier Mensch respektvoll behandelt zu werden, unterdrückt er. Ganz langsam geht Sad an sich selbst und der Gesellschaft zu Grunde. In Robert Schneiders bewegendem, großem Monolog erzählt er von sich und seiner Heimat, von seinen Erinnerungen, seinen Träumen, seinen Hoffnungen und davon, wie er eigentlich nur in dieser Gesellschaft ankommen wollte, aber immer wieder an den Rand der Gesellschaft zurückgedrängt wird.
1995 kam Orhan Müstak mit seiner kurdischen Familie als Asylbewerber nach Deutschland; nach Aufenthalten in verschiedenen Asylunterkünften wurde die Familie schließlich in Berne bei Oldenburg heimisch. Während der letzten Jahre seiner Schulzeit sammelte er Schauspielerfahrungen in Jugendtheatergruppen in Lemwerder und Oldenburg. 2007 wurde er zum Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock angenommen, das er 2011 mit der Diplomprüfung abschloss. Seitdem ist er viel beschäftig bei Theatern und TV-Filmproduktionen.

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